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Fazit Funktionsgrundausbildung FGA

19. Juni 2006

In den Wochen 6 bis 13 wurden wir individuell für unsere Funktion ausgebildet. Unsere Gruppe der Feuerleitstellenvermesser (Verm Flst) bestand aus vier Personen. Wir hatten es immer gut und lustig zusammen. Die Ausbildung durch den Feldweibel und die Nachwuchs-Wachtmeister war abwechslungsreich und interessant. Einzig die eingeschobenen AGA-Tage (Grundausbildung) waren lästig. Man muss auch sagen, dass die FGA-Phase trotz den verschiedenen Übungen einiges lockerer war als der erste Teil. Unsere Ausbildung absolvierten wir vorwiegend im Theoriezimmer. Einige Male machten wir praktische Vermessungsübungen auf dem Feld und wendeten das gelernte bei den Übungen im Panzer praktisch an. Schade finde ich, dass mit unseren Angaben noch nie scharf geschossen wurde.

Unterkunft
Nach einer Angewöhnungsphase hat mir die Unterkunft und das "Landleben" in Oberstammheim gefallen. Obwohl die ganze Kompanie (ausgenommen die Fahrer) im gleichen Zimmer geschlafen hatten, war es trotzdem ruhig. Dies liegt auch daran, dass wir im zweiten Teil nur noch 28 Rekruten waren. Geschlafen hatten wir im Schlafsack oder Flauschi, Betten wie in der Kaserne Auenfeld kannten wir nicht. Einige Duschen mehr wären nicht schlecht und auch einen Fussballkasten könnte gebraucht werden. Ein anderer Nachteil sind die täglichen Verschiebungen nach Frauenfeld. Die Fahrten im Lastwagen waren nicht besonders interessant, später mit dem DURO war es bequemer. Das grösste Problem sind aber die Mittagspausen. Die Rekruten im Auenfeld konnten sich über den Mittag in ihre Zimmer zurückziehen und schlafen. Wir mussten im Verpflegungsgebäude Siesta machen und hatten zudem ständig eine Materialwache war dem Haus zu betreiben.

Kader
Ich denke wir hatten es mit den meisten Vorgesetzten gut. Wenn man die Anweisungen ohne grossen Widerstand ausführt, gibt es meistens keine Probleme. Die Einstellung der Rekruten und der Gruppe ist sehr wichtig. Wenn der Oberleutnant das Gefühl hat, wir müssen zwoundzwanzig (Liegestützen) machen, dann machen wir diese halt mit "Freude". Auch die neuen Wachtmeister aus der Kaderschule haben schnell gemerkt, dass es sich nicht lohnt, die Rekruten zum Zeigen der geputzten Schuhe anmelden zu lassen. Zum Feldweibel, Hauptausbilder der Feuerleitstellenvermesser, hatten wir ein gutes Verhältnis. Auch wenn er einen Rekruten "Pflock" nennt, geht die Welt nicht unter und man muss nicht sofort eine Beschwerde schreiben.

Woche 13: Übung 48 Ora

17. Juni 2006

Am Sonntag mussten wir bereits um 21.30 Uhr einrücken, damit die Übung 48 Ora am Montag früh starten konnte. Um 03.30 wurden wir durch die Nationalhymne geweckt, um 4 Uhr gab es einen Gamellendeckel voll Teigwaren und anschliessend reisten wir nach Frauenfeld. Um ca. 05.30 Uhr starten wir zum 25 km Marsch, der auch Bestandteil der Übung war. Das Ziel erreichten wir nach 5 Stunden und 30 Minuten mit allen gestarteten, wobei wir nur zwei kurze Pausen zum Nachfüllen der Feldflasche machten. Allerdings hatten die Verpflegungsposten für diese Hitze zu wenig Wasser bereitgestellt. Unsere Kompanie hielt sich an den Befehl des Schulkommandaten und schleppte den ganzen Schutzanzug und den Regenschutz im Rucksack mit, andere Kompanien trugen nur den Regenschutz mit und hatten trotzdem eine hohe Ausfallquote. Die Füsse brannten nach dem Marsch und die Schultern schmerzten, doch "Krieg ist gefährlich" und die Übung ging weiter. Nach einem kurzen Mittagessen fassten wir zwei Schützenpanzer und stellten sie in einer Deckung auf. Den Rest des Nachmittag und die Nacht verbrachten wir abwechslungsweise mit Funk-/Intaffwache und schlafen im Biwak.

Am Dienstagmorgen musste dann plötzlich alles schnell gehen. Tarnung und Aggregate aufladen und ab auf den Gefechtsplatz düsen. Nun stellten wir unsere beiden Panzer wieder auf und machten sie betriebsbereit. Nach dem wir am Morgen einige Serien virtuell geschossen hatten, fuhren wir für das Mittagessen wieder in die Deckungsstellung. Am Nachmittag leiteten wir das Feuer nochmals. Anschliessend trafen wir uns mit dem Schulkommandaten für eine kurze Übungsbesprechung, nahmen das Nachtessen ein und schauten das Spiel Frankreich – Schweiz in einer Panzerhalle. Später demontierten wir noch Antennen und MG vom Panzer und gönnten uns eine verdiente Dusche.

Den Mittwoch und Donnerstag verbrachten wir mit dem retablieren unseres Schützenpanzers. Nachdem alles ausgeräumt, kontrolliert, geputzt und wieder eingeräumt war, verluden wir den Panzer auf einen Bahnwagen. Dies tönt nun ziemlich speditiv. Doch die Armee und vor allem die Zeughausangestellten können solche Arbeiten in aller Seelenruhe abwickeln. So brauchten wir tatsächlich eineinhalb Tage bis der Panzer verladen war. Wieso wir bereits um 05.30 Uhr aufstehen mussten um anschliessend vor der verschlossen Halle eine halbe Stunde lang jassen zu müssen, steht auch in den Sternen. Jedenfalls eines habe ich während diesen zwei Tagen gelernt: Das Jassen. Die Ruhephase vom Donnerstagnachmittag, unter einem schattigen Baum, wurde leider von einer Stunde Wache unterbrochen.

Am Mittwochabend war der Kompanieabend angesagt. Das heisst im Esssaal sitzen, WM schauen und Grillade essen. Für mich enttäuschend. Nichts so spezielles, wie man es von anderen Rekruten hört.

Am Freitag putzten wir unsere Unterkunft in Oberstammheim, verluden das Gepäck für Bière und konnten um 11 Uhr abtreten. Damit wäre die Rekrutenschule in Frauenfeld abgeschlossen, am Dienstag rücken wir in Bière als Soldaten zur VBA ein.

Woche 12: Inspektion / Übung Arcobaleno

11. Juni 2006

Dank Pfingsten mussten wir erst am Montagabend einrücken. Am Dienstag übten wie abermals Gefechtstechniken, verschiedene Schiessen und C-Alarme. Nach dem Abendessen wurden wir auf die Inspektion vom Mittwoch vorbereitet. Selbstverständlich musste wiederum alles neu kontrolliert, beschriftet und gerichtet werden. Bei der letzten Inspektion durften wir aus Datenschutzgründen mehrere Gegenstände nicht mit der AHV-Nummer beschriften, diesmal schien das nicht mehr aktuell und die Nummer wurde überall darauf geknallt.

Die Vorbereitungen wurden am Mittwoch fortgesetzt. Um ca. 10 Uhr begann dann die Inspektion, welche eigentlich vom Schulkommandant durchgeführt werden sollte, doch dieser schickte einen Stellvertreter. Reaktionsübungen, Zugschule, verschiedene Kontrollen, Kompanielied, Unterkunft, Küche und Wagenpark wurden inspiziert. Die Kontrolleure konnten nicht wirklich etwas bemängeln. Damit sie dennoch kritisieren konnten, beanstandeten sie beim Kadi-Puch das Reifenprofil und ein weiterer Kader-Puch war nicht aufgeräumt. So erhielten wir schlussendlich ein sehr gut plus. Mit dem Resultat waren wir dann auch zufrieden. Nur das ewige im "Achtung stehen" und nicht bewegen ist äusserst anstrengend und ungesund!

Am Nachmittag bereiteten wir uns für die Übung Arcobaleno vor. Nach dem wir auch die SIM-Ausrüstung montiert hatten, gingen wir ganz unnötigerweise in den Wald von Oberstammheim um Gefechtsformationen zu üben. Anschliessend begann der infanteristische Teil der Übung: Wir wurden in einem Waldstück ausgesetzt und sollten ein von Markeueren bewachtes Fähnchen erobern. Es gab aber weder ein Fähnchen noch Markeure. Also gingen wir weiter zu unserem Biwakplatz. Auf diesem Weg wurden wir kurz angegriffen. Beim Biwakplatz stellten wir die Zelte auf, assen etwas kleines und organisierten die Nachtwache. Immernoch ausgerüstet mit SIM, erwarteten wir jeden Moment einen Angriff. Die ganze Nacht war aber ruhig. Gegen fünf Uhr am Morgen machten sich dann einige Angreifer bemerkbar, ich war jedoch am schlafen.

Mittlerweile ist Donnerstag und wir gegen die SIM-Gstältli wieder ab. Von den 60 Schuss Markiermunition habe ich keinen einzigen verschossen, was den Vorteil hat, dass ich die Flinte nicht vollständig putzen muss. Nun startet der Artillerie-Teil der Übung. Wir sattelten den SchüPa und kollonierten auf dem Kasernenareal auf. Alle Systeme auf den Fahrzeugen wurden gestartet und anschliessend inspiziert. Endlich ging es los. Wir fuhren zu einem Bauernhof ganz in der Nähe, parkierten den Panzer in einem Unterstand, stellten Fernantennen auf und tarnten ihn. Danach ging auch schon das simulierte Artilleriefeuer los. Da wir nur vier Feuerleitstellenvermesser sind und jeweils zwei für den Betrieb gebraucht werden, wurde diese Übung ziemlich anstrengend. Die ganze Nacht wurde durchgeschossen, dazwischen hatten wir natürlich auch noch Patrouille. Eine Stunde Schlaf musste also reichen. Bei uns waren ebenfalls die Betriebssoldaten und die Bürohocker eingeteilt. Die Schoggi-Bürosoldaten waren natürlich die ärmsten, sie hatten acht Stunden Wache und konnten nur vier Stunden schlafen! Da sage ich nur: "Gsänd Sie die Träne?!"

Es ist Freitag und wir sind immernoch am Schiessen. Das lang ersehnte Mittagessen trifft ein. Aber fast gleichzeitig kommt der Befehl: Sofort zusammenpacken und zur AMP-Halle fahren. Also wurde wieder nichts aus einem gemütlichen Essen. Nach der Übungsbesprechung am Nachmittag putzten wir die Fahrzeuge wieder auf Hochglanz. Danach wurden sie wiederum inspiziert. Endlich konnten wir in die Kaserne und gönnten uns eine Dusche. Am Abend konnten wir die ausgefallenen Ausgänge bei einem Grillplausch teilweise kompensieren.

Die Übung Arcobaleno war eigentlich sehr interessant, aber auch anstrengend, da wir nicht schlafen konnten. Während der ganzen Woche war die Organisation etwas chaotisch, so auch bei der Übung. Etwas mehr und vor allem frühere Informationen wären jeweils nicht schlecht. Unsere zukünftigen Feldweibel waren zu Beginn auch überfordert, aber auch diese werden in Bière von den Erfahrungen profitieren.

Nachtwache

5. Juni 2006

Eine aus meiner Sicht sehr fragwürdige Einrichtung ist die Nachtwache. Zu Beginn der FGA-Phase hatten wir während drei Wochen durch den Tag keine Zutrittskontrolle. Also wieso muss der Eingang in der Nacht bewacht werden? Die Türe könnte problemlos abgeschlossen werden. Auch das Material in den Zimmern ist in der Nacht durch unsere Anwesenheit besser bewacht. Das ganze Theater ist also nur für unsere psychische Stärkung gedacht.

Woche 11: Übung Bosco

4. Juni 2006

Am Montag war ein ganz normaler Ausbildungstag im Theoriezimmer angesagt. Am Abend durften wir noch Fernantennen aufstellen.

Am Dienstag war AGA-Tag und es ging wieder ab auf das Feld. KD-Box schiessen und INTAFF auf den Fahrzeugen waren am Morgen die Themen. Am Nachmittag durften wir dann mit den MGs von einer Munschnecke schiessen. Die ganze Übung war aber ziemlich mühsam, da wir von 14.00 bis 16.30 Uhr eigentlich nur warteten und davon 10 Minuten mit schiessen verbrachten. Anschliessend war noch eine Sim-Gefechtsübung geplant. Diese spielten wir in 20 Minuten durch, wobei die Vorbereitungen schon 25 Minuten in Anspruch nehmen. Nach dem Nachtessen durften wir von der Feuerleitstellen-Gruppe noch einen Test schreiben. Etwa um 22.15 waren wir in Oberstammheim, mussten die Flinte und die Schuhe putzen, duschen und um 23.00 Uhr im Bett liegen. Der zu ruhige Nachmittag rächte sich also und unsere Gruppe musste wieder einen Sprint hinlegen.

Am Mittwoch beschäftigten uns wiederum der FARGO und verschiedene Aufgaben zum Bestimmen der Schiesselemente ohne technische Hilfsmittel.

Am Donnerstagmorgen arbeiteten wir das erste mal mit FARGO und INTAFF zusammen, Dabei stellte sich heraus, dass uns der INTAFF-Ausbilder das falsche gelernt hatte. Am Nachmittag machten wir unseren Schützenpanzer gefechtsbereit und übten das Einvisieren mit Handzeichen. Am späteren Nachmittag ging dann die Übung Bosco los. Wir fuhren mit unserer Maschine zum Übungsplatz, versorgten ihn in einen Holzschopf, tarnten den Eingang, bauten Aggregat und Fernantenne (für einen Funkradius von 100 Meter!) auf. Anschliessend ging das übliche Prozedere los: Das Dispositiv muss bewacht werden. Man ist entweder auf Patrouille, als Reserve eingeteilt oder man schläft. Während dieser Nacht schliefen wir also zwei Stunden, wobei die Feuerleitstelle Glück hatte und im Unterstand schlafen durfte. Die anderen montierten die genialen Biwakzelte. Wie es bisher bei allen Nachtübungen war, waren die Temperaturen sehr tief und der Regen nicht sehr angenehm.

Am frühen Freitagmrgen wurde die Übung beendet. Nach dem Aufräumen gingen wird zurück auf die Allemend in Frauenfeld und übten noch einige Bezüge von Gefechtsständen. Da das gesamte Material sehr schmutzig war, fiel das Sportprogramm am Nachmittag aus und wir putzten stattdessen den Panzer.

Woche 10: Nachtschiessen

25. Mai 2006

Da diese Woche etwas kürzer war als normal, hatte das Kader das Gefühl, sie müssten uns bereits am Montag total schlauchen. Nach einem lockeren Morgen mit Putzarbeiten und praktischem Unterricht am Panzer war der Nachmittag und Abend einiges stressiger. Auf dem Programm standen eine Drill-Piste mit dem Schutzanzug in BG 4, Gefechtsverschiebungen und verschiedene Schiessen in der KD-Box (3-30 m). Beim Schiessen gab es zwei Spezialitäten. Einmal mussten wir mit der Schutzmaske (BG 4) schiessen. Ich hatte den Zielblick überhaupt nicht und hatte dementsprechend auch wenige Treffer. Genau so schwierig war es beim Nachtschiessen zu treffen. Mittels Leuchtreaketen wurden die Scheiben beleuchtet. Das heisst, die Beleuchtung war hinter der Scheibe und der Schatten erschwerte das zielen erheblich. Alles in allem habe ich an diesem Tag 110 Schuss in den Erdwall verschoben.

Am Dienstag und Mittwoch ging es dann wieder ruhiger zu und her. An beiden Tagen wurden wir in den Theoriezimmern unterrichtet.

Woche 9: Tag der Angehörigen

21. Mai 2006

Während dieser zweiten Woche unserer Grundausbildung warteten wieder verschiedene Theorien auf uns. Den FARGO- und INTAFF-Computer beschäftigt uns nach wie vor. Es ist nicht ganz einfach den Überblick aller Menüs und Eingaben zu behalten. Obwohl wir ein sehr dickes Handbuch zum FARGO haben, sind natürlich die wichtigsten Vorgänge nicht dokumentiert. Dazu kommt, dass diese Systeme natürlich auch versagen können und wir die ganzen Abläufe auch von Hand mit Karte und Sitometer rechnen müssen können. Deshalb sind wir auch mit Jalon und Messband auf dem Feld unterwegs und lernen die verschiedenen Techniken.

Unsere vierköpfige Feuerleitstell-Gruppe hat die Techniken mehr oder weniger gut im Griff. Natürlich gibt es immer welche, die den Kartenwinkelmesser verkehrt montieren oder zum Addieren zweier einfachen Zahlen das Natel benötigen. Mit den Gruppenführern, welche direkt aus der Kaderschule kommen, sind wir bis jetzt zufrieden. Auch bei den Liegestützen sind wir vorne mit dabei, denn wir können es kaum erwarten, bis wir das Béret wieder auf den Boden werfen dürfen… Und noch einen Tipp am Rande: Wer sich bei seiner militärischen Funktion nicht gross anstrengen will, sollte sich bei den Wettersoldaten einteilen lassen.

Diese Woche bot aber auch zwei Specials. Am Montag kam ein Fotograf aus Genf, der mit uns ein Shooting machte. Er fotografiert für eine Ausstellung echte und gespielte Kriegssituationen. Unsere Aufgabe war es in einem blühenden Feld schauspielerisch zu sterben (dies ist eigentlich nicht unsere Aufgabe) und in einer Karawane erschöpft vom Krieg zu ziehen.

Der Tag der Angehörigen fand am Freitag statt. Familienangehörige, Freunde und Bekannte pilgerten noch Oberstammheim um uns bei der Arbeit zu zusehen. Neben der Zugschule zeigten die Teams eine Feuerleitstelle, eine Wetterstation und die Einrichtungen der Beobachtungsvermesser. Ebenfalls konnte die Unterkunft besichtigt werden. In einer Theorie wurde den Besuchern auch die Armee XXI vorgestellt, was einige Unklarheiten hervorrief. Anschliessend konnten wir schon um 17.00 Uhr nach Hause gehen.

[Es ist nicht verboten einen Kommentar zu hinterlassen.]

Woche 8: Schützenpanzer fassen

14. Mai 2006

Wie bereits geschrieben, ist die allgemeine Grundausbildung zu Ende. In den nächsten sechs Wochen beschäftigen wir uns mit der Funktionsgrundausbildung (FGA). Ab sofort absolviert nicht mehr die ganze Kompanie das gleiche Programm, jeder Rekrut wird in seinem Fachgebiet ausgebildet. Ich bin als Feuerleitstellenvermesser eingeteilt worden und berichte deshalb auch nur aus diesem Bereich. Sehr erfreut darüber bin ich nicht, denn immer im Panzer zu sitzen, war nicht mein Ziel. Das einzig Positive ist, dass es nur vier Rekruten der ganzen Schule (ca. 450) diese Funktion ausüben.

Nun aber zur vergangenen Woche. Am Montag mussten wir erst um 18.00 Uhr einrücken. Danach gab es aber kein gemütliches Beisammensein. Zuerst wurden uns die Geräte der Wettersoldaten, der Beobachtungs- und der Feuerleitstellenvermesser vorgestellt. Anschliessend nahmen wir die 15 km von Frauenfeld nach Oberstammheim zu Fuss in Angriff. Unsere Gruppe absolvierte den Patton (Lauf mit Gewehr im Rucksack und Turnschuhen) mit Bestzeit in einer Stunde und 35 Minuten.

Am Dienstag fassten wir dann unseren Schützenpanzer mit Jahrgang 1963 (modernisiert 1993). (Von Panzer kann aber nicht wirklich gesprochen werden. Sogar mit dem Sturmgewehr 90 kann die Aussenhülle durchschossen werden.) Das gesamte Material haben wir ausgebaut und kontrolliert.

Den Mittwoch verbrachten wir mit einem AGA-Tag. Das heisst Wachtdienst, ABC-Schutz, Drillpiste und Sturmgewehr. Den Rest der Woche beschäftigte sich unsere Gruppe mit Theorien und Vermessungsübungen im Gelände. Ausgebildet wurden wir am FARGO, einem "Computer" aus dem Jahr 1983. Dieses Gerät ist für die gestellten Aufgaben zweifellos geeignet, doch die Menüführung und die Anzeige meines Taschenrechners sind intelligenter. Den ganzen Tag wie in der Schule zu verbringen ist mühsam, aber wenigstens nicht so anstrengend.

Fazit Grundausbildung

8. Mai 2006

In den ersten sieben Wochen haben wir viel Neues gelernt. Am Anfang fand ich es noch interessant, aber nach der zehnten Wiederholung fragt man sich dann schon, ob es überhaupt notwendig ist. Viele schalten auch den Kopf auf Sparflamme, weil sie denken das Militär sei nicht so wichtig und machen dadurch immer dieselben Fehler. Deshalb kann ich schon verstehen, dass man gewisse Übungen 100 Mal wiederholen muss, dass sie im Schlaf sitzen. Trotzdem steht die Frage im Raum, ob es sinnvoll ist den ABC-Schutzanzug immer wieder anzuziehen. Im entscheidenden Moment haben wir wahrscheinlich gar kein Exemplar dabei …

Am meisten zugesetzt hat mir der ewige Stress und der minimale Schlaf. Wir sind am Morgen aufgestanden und hatten Stress bis wir in der Nacht wieder im Schlafsack lagen. Nur beim Mittagessen gab es eine Verschnaufpause. Im Vergleich mit anderen Kompanien der Schule wurde der Massstab bei der Kompanie 2 von Anfang an hoch gesteckt. Pausen hatten wir während dem Tag fast keine und auch auf das Auftreten wurde grosser Wert gelegt. "Kompanie 2 ist die Beste, anderes gibt es nicht."

Mittlerweile bin ich froh, dass unsere Kompanie in Oberstammheim einquartiert ist. Es ist sicherlich nicht so komfortabel wie in der Kaserne Auenfeld, dafür ist die Aussicht besser. Immer den blauen Betonplatz und die grauen Gebäude in Frauenfeld anzusehen ist wirklich nichts spezielles. Auch gibt es nicht so viele Vorgesetzte die man grüssen muss (dies passt natürlich auch unserem Kader). Ein Negativpunkt sind die täglichen Fahrten mit dem Lastwagen nach Frauenfeld. Je nach Gepäck und Anzahl Passagiere (und Fahrer) ist es sehr unangenehm.

Über das Ganze gesehen sind die Vorgesetzten eigentlich in Ordnung. Es gibt immer wieder Momente, wo einige Leute demonstrieren müssen, was sie alles dürfen und können. Manchmal hat man das Gefühl sie müssen die Zeit überbrücken. Dann kann alles noch so perfekt sein, sie finden immer einen Punkt den man verbessern muss. Solche Taten nerven gewaltig und schlagen auch sofort auf die Stimmung.

Die Kameradschaft in der Kompanie ist ausgezeichnet. Schade, dass nun fast die Hälfte in die Anwerterschule oder in andere Kompanien wechseln musste. Auch noch zu erwähnen ist die Küche. Das Essen ist immer sehr gut und in ausreichender Menge vorhanden.

Woche 7: Art-Games

7. Mai 2006

Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche waren die Art-Games auf dem Programm.

Zum Abschluss der allgemeinen Grundausbildung der Rekruten durften diese an den Art Games zeigen, was sie in den letzten sieben Wochen gelernt hatten. Bei sonnigem und angenehm warmem Frühlingswetter wurden die folgenden Disziplinen ausgetragen: Wettschiessen über 300 Meter, Militärische Sportauszeichnung, theoretischer Test über militärisches Wissen, Schiesstest über 30 Meter und praktischer Test im Sanitätsdienst und ABC Schutzdienst. (Quelle)

Ich persönlich habe beim Schiessen gut getroffen und bekomme das Schiess-Ribonn. Über alles gesehen war die Kompanie 2 aber eine der Besten.

Ebenfalls diese Woche schossen wir das Feldschiessen. Mit 56 Punkten war ich nicht ganz so erfolgreich. Alle Interessenten können am Wochenende vom 19.-21. Mai am grössten Schützenfest teilnehmen. In vielen Gemeinden kann kostenlos geschossen werden. Weitere Infos unter: http://www.fst-ssv.ch/….

Neu lernten wir diese Wochen den Einsatz des Sturmgewehres beim Wachtdienst und mittels einer Lernsoftware das Kartenlesen.

Am Freitag Nachmittag wäre eigentlich eine Fussball-, Unihockey- und Badmintonturnier geplant gewesen. Da aber alle Anwärter und diejenigen, welche in andere Kompanien wechseln nicht mehr da waren, spielten wir mit 14 Mann Fussball.

Ende Woche sieben wird die allgemeine Grundausbildung beendet. Das bedeutet, dass alle Anwärter (machen (un)freiwillig weiter) die Kompanie verlassen. Zudem gehen alle italienisch sprechenden Kameraden in die verschiedenen Kompanien. Ab nächster Woche werden wir in der Kompanie 2 noch 28 Mann bestand haben!