Woche 21: Die letzten Tage …

In die letzte Woche starteten wir am Montagmorgen mit einem 35 Kilometer Marsch. Etwa um 8.30 Uhr starteten wir bei der Kaserne in Bière. Anschliessend bewegten sich unsere Füsse über Apples, Villars Bozon, Montricher und Berolle zurück nach Bière, wobei zwischen Bozon und Montricher einen Hügel überwunden werden musste. Während 7 Stunden und 20 Minuten waren wir unterwegs. Tenü: GT ohne Schuma-Tasche, Kampfrucksack mit Regenschutz und Sturmgewehr. Ausgelegt war die Aktion als Schulmarsch. Das bedeutet, dass die Reihenfolge bei Start und Ziel gleich ist. Da der Kommandozug meistens schneller als die Anderen, mussten wir am Ende der Batterie 1 laufen. Dies war sehr mühsam, denn das Tempo war zeitweise extrem langsam. Ich habe den „Spaziergang“ im Vergleich mit einigen Kollegen gut überstanden. Die Beine schmerzten erst, als ich mich im Ziel nicht mehr bewegte. Fünf Minuten nachdem wir im Ziel angekommen waren, mussten wir auch schon die Schuhe putzen. Nach dem Nachtessen und einer Matkontrolle gaben wir das erste Material ab, ein gutes Gefühl.

Am Dienstag begann wir die Schützenpanzer auszuräumen, um das Material von den Zeughausmenschen kontrollieren zu lassen. Ab 10 Uhr mussten wir nochmals das 300 Meter Wettschiessen schiessen. Es lief mir nicht so gut, 63 Punkte. Die Organisation war chaotisch und deshalb die Zeit knapp. Auch erwähnen muss ich hier, dass wir seit den Art-Games in Woche 7 nicht mehr im 300 Meter Stand waren. Am Nachmittag wäre eine Waffeninspektion geplant gewesen. Als wir die Flinten geputzt hatten, informierte uns der Zugführer, dass kein Inspektor da sei (drei Ferien und einer hat es vergessen!) und wir die Gewehre wieder einfetten sollen. Zum Glück war ich nicht so schnell. Fünf Minuten später kreuzte doch noch ein Kontrolleur auf. Diejenigen, welche mit dem Einfetten begonnen hatten, konnten nochmals entfetten. Sauberes Gewehr zusammensetzen, in die Sporthalle wechseln, Gewehr zerlegen. Der Inspektor suchte sich vier Mechaniker aus der Batterie aus, instruktierte sie kurz und dann schauten diese unsere Gewehre an. Nur der Lauf wurde vom Verantwortlichen geprüft. Nach dem Einfetten war der Nachmittag auch gelaufen. Den Abend liessen wir mit dem Batterieabend im Esssaal ausklingen.

Eingeteilt beim Hauptfeldweibel stand am Mittwoch ein anstrengender Tag an. Am Morgen räumten wir das gesamte Material aus dem Magazin. Obwohl viel Material schon gebündelt war, mussten wir es nochmals aufschneiden und nach einem speziellen Reglement neu zusammenlegen und binden. Damit war unser Detachement der ganze Tag beschäftigt, denn immer wieder wurde Material abgegeben, unsere Batterie bestand aus über 100 Mann. Anschliessend wurde alles gezählt und einen Teil auf den Anhänger verladen. Es ist 22.30 Uhr und wir können uns vor dem ABV noch eine Dusche gönnen. Soviel wie an diesem Tag, haben wir während der RS nur selten gearbeitet. Dementsprechend tat mir auch der Rücken und das Handgelenk weh.

Um 5.30 Uhr war am Donnerstag bereits Tagwache. Wir schnappten den Lkw mit Anhänger und verschoben zum Zeughaus, wo wir die erste Ladung deponierten. Komplizierter wurde es beim Küchenmaterial: Etwa um 9.30 Uhr begannen wir mit dem Abladen, weil das Material aber erst um 13.00 Uhr entgegen genommen wird, müssen zwei Soldaten Wache stehen. Einer war ich. Von 10.00 bis 15.30 Uhr bewachten wir also das Küchenmaterial, denn um 13 Uhr war das Zeughaus noch nicht bereit. Zum Mittagessen erhielten wir von unseren Kameraden je zwei Sandwiches. Als wir nach 15.30 Uhr das Material endlich kontrollieren und abgeben konnten, sollten wir es noch in einer Lauge (mit Schutzanzug!) abwaschen. Zum Glück konnten wir uns gekonnt aus dem Staub machen. Nach dem Abendessen packten wir unsere sieben Sachen in den Rolli und hatten eine letzte Besprechung mit unserem Zugführer.

Der letzte Tag, unserer 21-wöchigen Rekrutenschule, bricht an. Nachdem unser Gepäck aus der Unterkunft geschafft war, hiess es warten. Das letzte Mal spielten wir Taroc (Bündner Spiel) und Arschlöcheln. Wie zu Beginn unserer RS, war es extrem kalt und windig. Nach 14.00 Uhr standen wir beim Hauptverlesen bereit zum Abtreten. 145 Diensttage auf dem Buckel. Endlich war es soweit, allgemeiner Jubel. Wir verabschiedeten uns mit Wehmut von einander und zogen Richtung Heimat davon.

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6 Antworten to “Woche 21: Die letzten Tage …”

  1. seeder Says:

    Ohalätz! Scheint ja ein heftiges „letzte-Wochen-Programm“ gewesen zu sein. Vorallem der 35-ger. Völlig fehl am Platz.

    Aber Congratz zum Ende der RS und natürlich viel Spass beim „resozialisieren“…und die Kollegen wirst du schnell wieder antreffen…im Ausgang, bei Ausflügen, etc 😉 Irgendwie ist die Welt immer sehr klein

  2. markus Says:

    Naja, eigentlich war nur der Montag mit dem Marsch und der Mittwoch anstrengend. Aber wenn man weiss, dass Ende Woche Schluss ist, nimmt man dies gerne auf sich. Und auf die Treffen mit den Kollegen freue ich mich jetzt schon! 🙂

  3. david Says:

    ach wie gerne wäre ich jetzt auch fertig. nach dieser ferienwoche habe ich noch 15 wochen vor mir.

    ich wünsche dir aber viel spass im zivilen leben und der erste wk kommt bestimmt 🙂

  4. markus Says:

    Nächste Woche wäre bereits der erste WK möglich. Wenn ich keine Arbeit hätte, wäre ich auch gegangen. Aber so habe ich schon genug Diensttage für dieses Jahr.

  5. seeder Says:

    zum guten Glück muss ich nie mehr in einen WK 😉

  6. Huber os de feschtig Says:

    Hey Baumi!
    Schön för dech das scho fertig besch…du hesches ebe rechtig gmacht wos oms wiitermache gange esch, ned wie ich…
    no 7 woche de beni au so wiit, chas chum erwarte!
    Gruess ond no es schöni ziit

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