Woche 17: Verschiebung nach Bure

Dank dem Besuchstag vom Samstag und dem WM-Final vom Sonntag mussten wir am Montag erst um 11.45 Uhr in Bière einrücken. Das bedeutet aber, dass ich um 7.30 Uhr von zu Hause losfahre. Anschliessend an das Mittagessen räumten wir unser Zimmer und deponierten die Packungen vor der Unterkunft. Mit Kampf komplett ging es weiter zur Panzerhalle, wo wir die Fahrzeuge für den Bahntransport bereit machten und die Überresten vom Besuchstag beseitigten. Als alle Raupenfahrzeuge auf die Bahn verladen waren, sollten wir eigentlich zum Bahnhof Bière laufen, doch unser Zugführer hat glücklicherweise einen Lastwagen der Log-Batterie organisieren können. Mit dem Schmalspurzug ging es nach Morges, wo wir zwei Couchette-Wagen beziehen konnten. Unser Kriegszug mit den angehängten Panzer fuhr ca. um 20.30 in Morges ab. Via Fribourg, Bern reisten wir nach Lyss, wo wir um ca. 23.00 Uhr ankamen. Als die Sonne unterging, mussten wir schlafen gehen, da unser Wagen kein Licht hatte.

Am Dienstagmorgen um 4 Uhr setzte der Zug seine Fahrt quietschend fort. Im Bahnhof Bure kamen wir um 7 Uhr an, worauf wir das Morgenessen einnahmen. Nachher mussten die Fahrer die Fahrzeuge abladen. Ich konnte bereits die Unterkunft beziehen und die total unnötige Zimmerordnung erstellen. Unnötig weil wir am Nachmittag das gesamte Gepäck für die bevorstehende Übung wieder mitnehmen mussten. Vom Standard her ist die Unterkunft etwas enger als in Bière, dafür hat man mehr Kästen. Am Nachmittag startete dann die erste Verschiebungsübung. Das heisst wir sind bis am Abend mit unseren Fahrzeugen Runde um Runde um den riesigen Waffenplatz gefahren. Dass die Haubitzen schon bei kleinen Steigungen Mühe haben, war mir bekannt, aber als die ersten nach wenigen Runden schon überhitzt waren, erstaunte mich doch. Wie wollen wir so den Krieg gewinnen? Anschliessend an diese Übung und das Nachtessen bauten wir unsere Zelte im Wald auf. Das ist eine Wissenschaft für sich. Bis der Standort definiert ist und alle ihren Senf dazu abgegeben haben, kann gut eine Stunde vergehen!

Dieselbe Verschiebungsübung stand auch am Mittwoch wieder auf dem Programm. Ich musste allerdings schiessen gehen. Am Nachmittag bereiteten wir uns auf die Inspektion vom Donnerstag vor. Wir bauten unseren Gefechtsstand auf uns spielten einige Feuerbefehle durch. Weil die Haubitzen und ihre Besatzungen einige Probleme hatten, wurden die Abläufe bis nach Sonnenuntergang geübt. Danach mussten die Fahrzeuge noch betankt werden. Dies ist auch eine sehr interessante Sache: Der Nachschubzug fährt mit leeren Kanistern zur Tankstelle, füllt diese und die Fahrzeuge werden anschliessend aus diesen betankt. Ein Panzer benötigt schnell 180 Liter, wofür neun Kanister geleert werden müssen. Nach einer kurzen PD/ID-Phase verkrochen wir uns in die Zelte. Wie auch die Nacht zuvor musste ich keine Wache schieben.

Für die Inspektion vom Donnerstag mussten um 7.00 Uhr alle Fahrzeuge aufkolonniert sein. Nach einigen Kontrollen wurde bekannt, dass die Inspektoren erst später eintreffen werden. Also begann die Übung und wir betrieben unseren Gefechtsstand bis um 15.00 Uhr. Die Inspektoren kamen nur kurz vorbei und schienen mit unserer Arbeit zufrieden zu sein. Genauso tönte es auch bei der anschliessenden Besprechung. Der Oberst war mit uns sehr zufrieden und gab uns für den tollen Einsatz ein gut – sehr gut. Nachdem wir unser „Zeltlager“ abgebaut hatten, wollten wir die Panzer abspritzen, doch Schläuche gab es keine und wir mussten in die Unterkunft zurückkehren. Da gönnten wir uns das erste Mal seit Sonntag eine Dusche! Mit einem Postauto ging es dann nach Porrentruy in den Ausgang.

Weil wir bei der Inspektion so gut gearbeitet hatten und weil die Gummipolster der Haubitzen ausgewechselt werden mussten, wurde die Übung vom Freitag abgesagt. Den ganzen Tag verbrachten wir mit dem Putzen der Fahrzeuge und mit Materialkontrollen. Dabei mussten wir immer schön aufpassen, dass wir nicht zu schnell fertig wurden. Am Abend musste wiederum eine Zimmerordnung erstellt werden, natürlich eine andere als am Montag. Als der Hautfeldweibel mit allem zufrieden war, erhielten wir „Zeit zur Verfügung Soldat“.

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