Woche 16: Artillerieschiessen

In die Woche starteten wir mit einem Morgenlauf und anschliessendem Fussball spielen. Genau so gemütlich ging es auch weiter: Den Rest des Morgens hatten wir Zeit zur Verfügung des Soldaten. Schlafen, Zeitung lesen, Karten spielen, … Am Nachmittag luden wir unsere Sturmgewehre und machten die KD-Boxen und die Klappscheiben unsicher. Meine Scheibe war jedoch nach dem zweiten Schuss erledigt und stand nicht wieder auf. Die Mechanik dieser Zielscheiben war allgemein in einem schlechten Zustand, die meisten funktionierten nicht. Nach dem Nachtessen hatten wir eine kurze Theorie Funk im Schüpa und stellten noch eine Fernantenne auf.

Noch gemütlicher als der Montag wurde für mich der Dienstag. Ich war beim Pikettdienst eingeteilt. Das heisst beim Eingang der Unterkunft sitzen und die Zimmerschlüssel bewachen sowie die Zutrittskontrolle durchführen. Vier Ada’s sind jeweils für 24 Stunden eingeteilt. Die Kameraden der Batterie hatten weniger Glück und mussten am Nachmittag bei glühender Hitze einen 20 km Marsch absolvieren.

Der Mittwochmorgen war ebenfalls nicht sehr spannend. ABC-Theorie, Funkübungen und MG riegeln. Am Nachmittag bezog ich zum ersten Mal meinen Platz im SAPH-Gebäude. Dies ist ein Simulator mit sechs Haubitzen und einer Feuerleitstelle. Eine eindrückliche Anlage. Nach zwei Schiess-Serien mussten wir die Übung aber abbrechen, da die Anlage wiedermal nicht richtig funktionierte. Nach dem Schuhe putzen wurden wir in den Fak-Ausgang entlassen.

Das erste scharfe Artillerieschiessen unserer Militärkarriere war am Donnerstag angesagt. Nach 16 Wochen wurde es auch langsam Zeit! Nach dem Morgenessen wurden die Haubitzen und alle anderen Fahrzeuge vorbereitet. Die ganze Batterie kleidete sich in BG 1 und bezog die Lauerstellung. Dabei übersah unser Rückraumbeobachter einen Baum und der Fahrer parkierte den Schüpa promt daran. Der Schaden war aber nicht schlimm und wir setzten die Übung bei strömendem Regen fort. Die Soldaten sorgten für die Nachsicherung. Wie schon letzte Woche kam das Essen natürlich gerade dann, als wir verschieben mussten. Als der Gefechtsstand aufgebaut war, ging es mit der Übung los. Der erste Feuerbefehl kam und die Feuerleitstelle befahl die Geschütze in Stellung. Dann war aber schon Ende Feuer. Die Securo-Menschen, welche die Schussrichtung der Haubitzen überprüfen, konnten mit dem Sitometer nicht umgehen. Anschliessend war von 14.00 bis 15.30 Uhr wegen einer Beerdigung in Bière das Schiessen verboten. Pünktlich um 15.30 Uhr konnte mein Vermesser-Kollege den Feuer-Knopf auslösen und die Granaten segelten durch die Lüfte. Anschliessend an mehrere Serien haben wir die Fahrzeuge gewaschen und zurückverschoben.

Am Freitag wurde der Besuchstag vom Samstag vorbereitet. Ich wurde auf der Feuerleitstelle eingeteilt. Am Morgen wurden wir über den Ablauf des Artillerieschiessens informiert und machten einige „trockene“ Durchgänge. Am Nachmittag dasselbe nochmals nur scharf. Nun konnte auch ich zum ersten Mal Feuer auslösen. Am Abend übten wir noch einige Specials für die Zugschule. Ausserdem mussten wir für Bure packen, wo wir die nächste Woche verbringen werden. Das gesamte Material müssen wir mitnehmen, unsere Boxen müssen leer sein. Aus meiner Sicht total unnötig!

Der Besuchstag (Samstag) begann für mich um 05.15 Uhr. Obwohl wir den ganzen Tag im Dienst der Armee stehen, bekam wir nur ein Gipfeli und einen Viertelliter Schoggidrink! Was schon für einen gewöhnlichen Samstag an der unteren Grenze ist, finde ich für einen normalen Arbeitstag völlig daneben. Aber eben, das Essen ist nicht mehr so gut und abwechslungsreich wie in Oberstammheim. Um 06.50 Uhr mussten wir bereitstehen, unseren Panzer auf das Showgelände parken und vorbereiten. Der ganze Ablauf wurde nun nochmals geübt. Um 10.15 Uhr hielt der Schulkommandant eine Ansprache und die Artillerieshow startete. Nach dem Schiessen wurde die Batterie kurz vorgestellt und anschliessend an das Mittagessen präsentierten wir die Zugsschule. Die dazugeholten Zivilisten waren erstaunlich gut im Takt. Einige Soldaten organisierten später eine Modeschau, wo sie die Tenus der Armee vorstellten. Um 15.40 Uhr wurden wir endlich ins Wochenende entlassen.

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2 Antworten to “Woche 16: Artillerieschiessen”

  1. seeder Says:

    Ehehe – i bin geschter au na ofem WPL Bure xi of de Panzerpiste hinde. Si händ dört AutoCross gha – abartig geil, im Unterschied zu Bure, de Kaserne und allem Rest dörte wo todverschisse isch. Die 4 K-C – RS-Soldate händ all a de PS gamet und de total Panorama – Aschiss gha… 😉

    So wie’s wetter jetzt isch wünschi viel Spass im trockene und heisse Bure – und natürli Staub Marsch 😉

    (Aja…Panzerhalle – Nalé – Panzerhalle und das 3 mal – das macht en 50 km Marsch uus…*grrrr*)

  2. markus Says:

    Das stemmt, es esch extrem staubig! De Konfort fo de Kaserne esch öpe glich wie in Bière. Aber in Nalé semmer erscht die nächsti Woche. Esch aber scho gstört, was das kostet het, „nor zum chli üebe.

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