Archive for Juli 2006

Woche 19: Durchhalteübung

31. Juli 2006

Diese Woche startete mit dem Packen für die Durchhalteübung DHU. Als alles verstaut war, ging es auf den Appellplatz, wo das gesamte Material wieder ausgepackt und kontrolliert wurde. Sogar die Unterhosen wurden nachgezählt! Der nächste Treffpunkt war um 10 Uhr. Wir wussten immer noch nicht ob nun der Marsch stattfinden würde. Die erlösende Nachricht kam aber bald. Der Marsch wurde auf den Spätnachmittag verschoben. Also gingen wir vorerst in unseren Biwakraum und bauten unsere Zelte auf. Zum Mittagessen machten wir auf dem Notkocher einen Jonny und assen dazu Reis. Nach dem Mittagsschläfchen bereiteten wir uns um 16 Uhr für den Marsch vor. Etwas später marschierten wir auch schon ab. Die Sonne stand hoch und es war immer noch extrem heiss! Die angebilchen 25 km absolvierte der Kommandozug in 4 Stunden und 45 Minuten. Wir überholten wiedermal alle anderen Züge und sogar für die Küche mit dem Zwipf-Posten waren wir zu schnell. Beim letzten 25 km Marsch in Frauenfeld brauchten wir 45 Minuten länger, obwohl wir etwa mit dem gleichen Tempo unterwegs waren. Da zeigt sich, dass uns wahrscheinlich nicht immer die wirklichen Kilometer mitgeteilt werden.

Mit Ausnahme von einer Stunde KP-Wache konnte ich diese Nacht durchschlafen. An diesem Dienstag war trotz grosser Trockenheit das erste Artillerieschiessen vorgesehen. Am Morgen sattelten wir die Fahrzeuge und nach einer kurzen Inspektion durch den Einheits-BO bezogen wir die Batterielauerstellung BLS. Nach einem vorgezogenen Mittagessen verschoben wir zum ersten Gefechtsstand. Bald waren auch die Haubitzen bereit und die ersten Granaten flogen Richtung Zielhang. Nach 15 Schüssen war aber Ende Feuer, da dunkler Rauch vom Zielgebiet aufstieg. Wirklich gebrannt hat es nicht und wir hätten sicher noch 20 Granaten verschiessen können. Die Übungsleitung wollte aber nicht und so zogen wir uns in die BLS zurück. Die Übung wurde abgebrochen und wir führten den Tagesparkdienst TPD an den Fahrzeugen durch. Anschliessend an das Abendessen mussten wir den Heimweg (ca. 5 km) ins Biwak zu Fuss absolvieren.

Diese Nacht hatte ich von 23 bis 24 Uhr wieder KP-Wache. Gleich bevor meine zweite Schicht um 5 Uhr begann, wurde ein Porcospino ausgelöst. Das heisst möglichst schnell aus dem Schlafsack steigen und sich um das Dispositiv verteilen. Ich war schon fast bereit für die Wache und so konnte ich schön mitansehen, wie die Kameraden fluchend aus den Zelten kamen. Nach einem mikrigen Morgenessen (eine Packung Biscuit und einer Portion Konfitüre) starten wir auch wieder mit einem Marsch in den Mittwoch. Die über 5 km vom Biwakraum bis zum MunMag auf dem Waffenplatz bezwangen wir mit einem ansehlichen Tempo. Unser Zug überholte natürlich die anderen wieder, doch wir dürfen immer noch nicht als erste starten. Beim MunMag stiegen wir in den Lastwagen, um ca. 500 Meter zu fahren und anschliessend bis zur KD-Box im Tobel nochmals 200 m zu laufen. Da wir keine Granaten mehr schiessen durften, mussten wir uns mit einem Ersatzprogramm begnügen: Schiessen in BG4; Drillpiste; schiessen auf Holzbalken, Wasserbalone und Münzen; Knoten lernen; Theoriefragen beantworten. Kein spektakulärer Tag mit unnötigen Posten wie der Drillpiste! Am Abend ging es gleich kompliziert wie am Morgen mit Lastwagen und Füssen ins Biwak zurück

Die Wache wurde nach demselben Schema wie am Dienstag abgehalten. Endlich kam aber durch die Markeure etwas „Stimmung“ auf. Als dann gegen Mitternacht ein Jäger neben unserem Biwak einen Fuchs abschoss, wurde es richtig spannend. Da zu Beginn nicht klar war, dass es sich um einen Jäger handelt, wurde ein Porcospino-Alarm ausgelöst. Leider wurde der Wildhüter nicht verhaftet. Weil er aber direkt neben einem Beobachtungsposten geschossen hat, kam noch der Schulkommandant und die Kantonspolizei vorbei. Der Rest der Nacht verlief ruhig. Am Morgen, als ich Wache hatte, wurde die ganze Batterie mit einem Porcospino geweckt. Da sie in der Nacht wahrscheinlich mehr Knallpetarden starten wollten, mussten alle am Morgen weg. Gegen 30 Petarden flogen um unsere Ohren und alle waren sofort wach. Wie schon so oft wäre heute die Feuerleitstelle im SAPH gewesen, doch das System funktionierte wiedermal nicht. Also mussten die Geschütze einzeln schiessen und die Flst war überflüssig. Deshalb mussten wir mit dem Nachschubszug Fahrzeugkontrollen durchführen. Damit es uns nicht langweilig wurde, bauten die Zugführer noch einige Spiele ein. Das Arbeiten war aber sehr mühsam. Wenn ich die Motivation einiger Nachschubsoldaten hätte, würde es mich auch unendlich „anscheissen“. Anschliessend an das Abendessen bauten wir unser Pfadilager ab und kehrten in die Unterkunft zurück, wo wir eine verdiente Dusche genossen.

Am Freitagmorgen begab sich meine Gruppe nochmals zum Biwakplatz, um nach verlorenem Material zu suchen. Anschliessend machten wir einen kurzen WPD an den Fahrzeugen. Am Nachmittag wurden wir zur Übungsbesprechung gerufen. Die Übungsleitung war im Grossen und Ganzen mit unserer Leistung zufrieden. Danach starteten wir eine kurze Sequenz Zugsschule. Später putzten wir unser persönliches Material, wobei es auch kontrolliert wurde. Gleichzeitig erstellten wir auch die Packungen für die Übung nach dem 1. August. Vor dem Nachtessen war noch eine Standartenübergabe eingeplant. Da kamen mir sofort die schlechten Erinnerungen aus der ersten RS-Woche in den Sinn. Diesmal mussten wir aber nur etwas über eine Stunde stehen. Die Übergabe wurde sehr speditiv abgehalten. Weil all unsere Arbeiten schon erledigt waren, konnten wir den Abend bei einem Kampfbier ausklingen lassen.

Eigentlich habe ich mir diese Durchhalteübung anstrengender vorgestellt. Dies mag einerseits am Ersatzprogramm liegen. Aber auch wenn wir drei Tage geschossen hätten, wäre es nicht viel schlimmer gewesen. Das Ziel war wahrscheinlich uns psychisch zu erniedrigen. Denn wir mussten unsere Natel, mp3-Player und Co abgeben. Ebenfalls war das Essen meist sehr mager und knapp bemessen. Manche Leute haben auch ein riesiges Problem im Wald zu schlafen oder so lange nicht zu duschen. Es war sicherlich nicht immer angenehm, aber es war eine DHU! Die Einstellung jedes Einzelnen spielt eine wichtige Rolle. Denn war schon von Anfang an negativ eingestellt ist, wird es schwer haben. Der Kommandozug hat die ganze Woche, mit mehrheitlich guter Stimmung, gut überstanden.

Berichte der FZZ-Batterie

29. Juli 2006

Durch einen Zufall bin ich heute beim Surfen auf ein weiteres RS-Blog gestossen. Unser Leidesgenosse hat die RS auch in Frauenfeld begonnen und ist mittlerweile in Bière bei der FZZ/FLT-Batterie eingeteilt. Was er alles erlebt und welches die Unterschiede zur Batterie 1 sind, lest ihr in seinen Berichten.

http://rspor.wordpress.com/

Woche 18: Sommerloch?

23. Juli 2006

Nachdem wir am Sonntag nach Bure eingerückt waren, begann der Montag ganz unspektakulär mit der Übungsvorbereitung für den Nachmittag. Das Mittagessen wurde vorverlegt uns so konnten wir um 12.00 Uhr mit der Übung starten. Für den Gefechtsstand hatten wir am Morgen zwei Standorte eingerichtet, welche wir nacheinander bezogen. Der Geschützzug übte das Beziehen von Feuerstellungen. Die Informationen erhielten sie natürlich von der Feuerleitstelle. Als es bereits dunkel war, räumten wir sämtliches Material zusammen, parkierten die Fahrzeuge und verschoben in die Unterkunft.

Auch am Dienstagmorgen war nochmals eine Übung eingeplant: Schiessen aus der Fahrt. Das heisst, die ganze Batterie kolonniert auf und dreht ihre Runden. Plötzlich kommt ein Feuerbefehl, die Haubitzen halten an, richten sich aus und schiessen direkt von der Strasse. Am Nachmittag putzten wir unseren Schüpa, machten eine Materialkontrolle und trafen alle Vorbereitungen für den Bahntransport. Am Abend mussten wir noch unser gesamtes persönliches Material vor die Unterkunft tragen und kontrollieren. Wahrscheinlich hatten wir es nur deshalb mitgenommen, denn das meiste brauchten wir in Bure gar nicht.

Der Mittwoch begann etwas früher als normal. Nach dem Morgenessen wurde das persönliche Material für den Rücktransport nach Bière bereitgestellt. Anschliessend verluden die Fahrer alle Raupenfahrzeuge auf die Bahnwagen und wir bezogen unsere Abteile im Schlafwagen. Etwa um 8.15 Uhr ging die Reise in Bure los. Nach einigen Runden Arschlöcheln und nach einem Nickerchen waren wir um ca. 13.30 Uhr in Bière. Viel früher als geplant. Als auch die Lastwagen da waren, lud unsere Gruppe das Gepäck aus und verteilte es in den Zimmern. Danach spielten wir bis zum Nachtessen Fussball. Zum Abschluss des Tages führte der Hauptfeldweibel eine Zimmerinspektion durch. Da wir noch viel freie Zeit hatten, zog sich diese auch ziemlich in die Länge und der Hptfw konnte seinen Auftritt richtig geniessen.

Mit Sport (Jogging und Fussball) begann der Donnerstag. Danach wiederholten wir abermals die AGA Themen: Je eine Drillpiste mit Sturmgewehr und ABC, daneben frischten wir das Funken auf. Am Nachmittag kontrollierten wir nochmals sämtliches Material auf den Fahrzeugen. Da wir die Fahrzeuge seit der letzten Kontrolle nicht gebraucht haben, stelle ich mir die Frage, ob dies nur Beschäftigungstherapie ist!? Wir hätten genauso gut in die Badi gehen können! Als ob dies nicht schon genug wäre, mussten wir auch noch unser persönliches Material durchachern. Natürlich fehlte noch das gleiche Material wie am Dienstag. Was will ich mit der „Wollesou“ und den „Gnägis“ bei 35°C?

Zeit zur Verfügung Zugführer stand am Freitagmorgen auf dem Programm. Da aber wegen der Trockenheit ein Schiessverbot erlassen wurde und weil niemand das Schiesskino bedienen konnte, konnten die Ideen unseres Zugfühers nicht ausgeführt werden. Wie begnügten uns also mit Fussball spielen. Doch es wurde ziemlich schnell heiss und wir waren nach zwei Stunden ausgelaugt. Den Rest des Morgens verbrachten wir mit einer Zugsaussprache. Das Mittagessen nahmen wir bei unserer Panzerhalle ein. Danach war für die Feuerleitstelle und die Geschützbesatzungen eine SAPH-Einheit geplant. Doch um 15.00 Uhr musste auch dieses Vorhaben aufgegeben werden, da der Simulator nicht funktionierte. Also spielten wir zum vierten Mal in dieser Woche Fussball. Nach dem Nachtessen gab es noch zwei Theorien beim Batteriekomandanten bevor wir ins heisse Bett liegen konnten.

Bekleidungen und Packungen der Armee

22. Juli 2006

Die Schweizer Armee kennt viele verschiedene Tenus und Packungen. Von „Kampf komplett“ über „C-Vollschutz“ bis „Tenu légère“ ist alles möglich. Definiert sind sie über eine Buchstaben-Zahlen-Kombination. Einige der Bekleidungen sind mit Fotos auf der Webseite dokumentiert. In den verlinkten pdf-Reglementen werden alle Möglichkeiten erläutert.

Bei der Artillerie wird nur das Combinaison und ein Arbeitsbéret getragen. Das ist insbesondere bei den momentan doch heissen Temperaturen mühsam, da nur die Ärmel hochgekrempelt werden können und höchstens das T-Shirt darunter ausgezogen werden kann.

http://www.vbs-ddps.ch/…

Woche 17: Verschiebung nach Bure

16. Juli 2006

Dank dem Besuchstag vom Samstag und dem WM-Final vom Sonntag mussten wir am Montag erst um 11.45 Uhr in Bière einrücken. Das bedeutet aber, dass ich um 7.30 Uhr von zu Hause losfahre. Anschliessend an das Mittagessen räumten wir unser Zimmer und deponierten die Packungen vor der Unterkunft. Mit Kampf komplett ging es weiter zur Panzerhalle, wo wir die Fahrzeuge für den Bahntransport bereit machten und die Überresten vom Besuchstag beseitigten. Als alle Raupenfahrzeuge auf die Bahn verladen waren, sollten wir eigentlich zum Bahnhof Bière laufen, doch unser Zugführer hat glücklicherweise einen Lastwagen der Log-Batterie organisieren können. Mit dem Schmalspurzug ging es nach Morges, wo wir zwei Couchette-Wagen beziehen konnten. Unser Kriegszug mit den angehängten Panzer fuhr ca. um 20.30 in Morges ab. Via Fribourg, Bern reisten wir nach Lyss, wo wir um ca. 23.00 Uhr ankamen. Als die Sonne unterging, mussten wir schlafen gehen, da unser Wagen kein Licht hatte.

Am Dienstagmorgen um 4 Uhr setzte der Zug seine Fahrt quietschend fort. Im Bahnhof Bure kamen wir um 7 Uhr an, worauf wir das Morgenessen einnahmen. Nachher mussten die Fahrer die Fahrzeuge abladen. Ich konnte bereits die Unterkunft beziehen und die total unnötige Zimmerordnung erstellen. Unnötig weil wir am Nachmittag das gesamte Gepäck für die bevorstehende Übung wieder mitnehmen mussten. Vom Standard her ist die Unterkunft etwas enger als in Bière, dafür hat man mehr Kästen. Am Nachmittag startete dann die erste Verschiebungsübung. Das heisst wir sind bis am Abend mit unseren Fahrzeugen Runde um Runde um den riesigen Waffenplatz gefahren. Dass die Haubitzen schon bei kleinen Steigungen Mühe haben, war mir bekannt, aber als die ersten nach wenigen Runden schon überhitzt waren, erstaunte mich doch. Wie wollen wir so den Krieg gewinnen? Anschliessend an diese Übung und das Nachtessen bauten wir unsere Zelte im Wald auf. Das ist eine Wissenschaft für sich. Bis der Standort definiert ist und alle ihren Senf dazu abgegeben haben, kann gut eine Stunde vergehen!

Dieselbe Verschiebungsübung stand auch am Mittwoch wieder auf dem Programm. Ich musste allerdings schiessen gehen. Am Nachmittag bereiteten wir uns auf die Inspektion vom Donnerstag vor. Wir bauten unseren Gefechtsstand auf uns spielten einige Feuerbefehle durch. Weil die Haubitzen und ihre Besatzungen einige Probleme hatten, wurden die Abläufe bis nach Sonnenuntergang geübt. Danach mussten die Fahrzeuge noch betankt werden. Dies ist auch eine sehr interessante Sache: Der Nachschubzug fährt mit leeren Kanistern zur Tankstelle, füllt diese und die Fahrzeuge werden anschliessend aus diesen betankt. Ein Panzer benötigt schnell 180 Liter, wofür neun Kanister geleert werden müssen. Nach einer kurzen PD/ID-Phase verkrochen wir uns in die Zelte. Wie auch die Nacht zuvor musste ich keine Wache schieben.

Für die Inspektion vom Donnerstag mussten um 7.00 Uhr alle Fahrzeuge aufkolonniert sein. Nach einigen Kontrollen wurde bekannt, dass die Inspektoren erst später eintreffen werden. Also begann die Übung und wir betrieben unseren Gefechtsstand bis um 15.00 Uhr. Die Inspektoren kamen nur kurz vorbei und schienen mit unserer Arbeit zufrieden zu sein. Genauso tönte es auch bei der anschliessenden Besprechung. Der Oberst war mit uns sehr zufrieden und gab uns für den tollen Einsatz ein gut – sehr gut. Nachdem wir unser „Zeltlager“ abgebaut hatten, wollten wir die Panzer abspritzen, doch Schläuche gab es keine und wir mussten in die Unterkunft zurückkehren. Da gönnten wir uns das erste Mal seit Sonntag eine Dusche! Mit einem Postauto ging es dann nach Porrentruy in den Ausgang.

Weil wir bei der Inspektion so gut gearbeitet hatten und weil die Gummipolster der Haubitzen ausgewechselt werden mussten, wurde die Übung vom Freitag abgesagt. Den ganzen Tag verbrachten wir mit dem Putzen der Fahrzeuge und mit Materialkontrollen. Dabei mussten wir immer schön aufpassen, dass wir nicht zu schnell fertig wurden. Am Abend musste wiederum eine Zimmerordnung erstellt werden, natürlich eine andere als am Montag. Als der Hautfeldweibel mit allem zufrieden war, erhielten wir „Zeit zur Verfügung Soldat“.

Woche 16: Artillerieschiessen

9. Juli 2006

In die Woche starteten wir mit einem Morgenlauf und anschliessendem Fussball spielen. Genau so gemütlich ging es auch weiter: Den Rest des Morgens hatten wir Zeit zur Verfügung des Soldaten. Schlafen, Zeitung lesen, Karten spielen, … Am Nachmittag luden wir unsere Sturmgewehre und machten die KD-Boxen und die Klappscheiben unsicher. Meine Scheibe war jedoch nach dem zweiten Schuss erledigt und stand nicht wieder auf. Die Mechanik dieser Zielscheiben war allgemein in einem schlechten Zustand, die meisten funktionierten nicht. Nach dem Nachtessen hatten wir eine kurze Theorie Funk im Schüpa und stellten noch eine Fernantenne auf.

Noch gemütlicher als der Montag wurde für mich der Dienstag. Ich war beim Pikettdienst eingeteilt. Das heisst beim Eingang der Unterkunft sitzen und die Zimmerschlüssel bewachen sowie die Zutrittskontrolle durchführen. Vier Ada’s sind jeweils für 24 Stunden eingeteilt. Die Kameraden der Batterie hatten weniger Glück und mussten am Nachmittag bei glühender Hitze einen 20 km Marsch absolvieren.

Der Mittwochmorgen war ebenfalls nicht sehr spannend. ABC-Theorie, Funkübungen und MG riegeln. Am Nachmittag bezog ich zum ersten Mal meinen Platz im SAPH-Gebäude. Dies ist ein Simulator mit sechs Haubitzen und einer Feuerleitstelle. Eine eindrückliche Anlage. Nach zwei Schiess-Serien mussten wir die Übung aber abbrechen, da die Anlage wiedermal nicht richtig funktionierte. Nach dem Schuhe putzen wurden wir in den Fak-Ausgang entlassen.

Das erste scharfe Artillerieschiessen unserer Militärkarriere war am Donnerstag angesagt. Nach 16 Wochen wurde es auch langsam Zeit! Nach dem Morgenessen wurden die Haubitzen und alle anderen Fahrzeuge vorbereitet. Die ganze Batterie kleidete sich in BG 1 und bezog die Lauerstellung. Dabei übersah unser Rückraumbeobachter einen Baum und der Fahrer parkierte den Schüpa promt daran. Der Schaden war aber nicht schlimm und wir setzten die Übung bei strömendem Regen fort. Die Soldaten sorgten für die Nachsicherung. Wie schon letzte Woche kam das Essen natürlich gerade dann, als wir verschieben mussten. Als der Gefechtsstand aufgebaut war, ging es mit der Übung los. Der erste Feuerbefehl kam und die Feuerleitstelle befahl die Geschütze in Stellung. Dann war aber schon Ende Feuer. Die Securo-Menschen, welche die Schussrichtung der Haubitzen überprüfen, konnten mit dem Sitometer nicht umgehen. Anschliessend war von 14.00 bis 15.30 Uhr wegen einer Beerdigung in Bière das Schiessen verboten. Pünktlich um 15.30 Uhr konnte mein Vermesser-Kollege den Feuer-Knopf auslösen und die Granaten segelten durch die Lüfte. Anschliessend an mehrere Serien haben wir die Fahrzeuge gewaschen und zurückverschoben.

Am Freitag wurde der Besuchstag vom Samstag vorbereitet. Ich wurde auf der Feuerleitstelle eingeteilt. Am Morgen wurden wir über den Ablauf des Artillerieschiessens informiert und machten einige „trockene“ Durchgänge. Am Nachmittag dasselbe nochmals nur scharf. Nun konnte auch ich zum ersten Mal Feuer auslösen. Am Abend übten wir noch einige Specials für die Zugschule. Ausserdem mussten wir für Bure packen, wo wir die nächste Woche verbringen werden. Das gesamte Material müssen wir mitnehmen, unsere Boxen müssen leer sein. Aus meiner Sicht total unnötig!

Der Besuchstag (Samstag) begann für mich um 05.15 Uhr. Obwohl wir den ganzen Tag im Dienst der Armee stehen, bekam wir nur ein Gipfeli und einen Viertelliter Schoggidrink! Was schon für einen gewöhnlichen Samstag an der unteren Grenze ist, finde ich für einen normalen Arbeitstag völlig daneben. Aber eben, das Essen ist nicht mehr so gut und abwechslungsreich wie in Oberstammheim. Um 06.50 Uhr mussten wir bereitstehen, unseren Panzer auf das Showgelände parken und vorbereiten. Der ganze Ablauf wurde nun nochmals geübt. Um 10.15 Uhr hielt der Schulkommandant eine Ansprache und die Artillerieshow startete. Nach dem Schiessen wurde die Batterie kurz vorgestellt und anschliessend an das Mittagessen präsentierten wir die Zugsschule. Die dazugeholten Zivilisten waren erstaunlich gut im Takt. Einige Soldaten organisierten später eine Modeschau, wo sie die Tenus der Armee vorstellten. Um 15.40 Uhr wurden wir endlich ins Wochenende entlassen.

Demonstration Artillerie-Schiessen

2. Juli 2006

Am Samstag 8. Juli 2006 wird auf dem Waffenplatz Bière der Besuchstag unserer RS durchgeführt. Das Highlight ist sicherlich das Schiessen mit den Haubitzen. Weiter wird es im Rahmen der Batterien verschiedene Präsentationen von Fahrzeugen, Material und Funktionen geben. Wer Interesse hat, kommt am nächsten Samstag nach Bière. Der Startschuss ist um 10.00 Uhr.

Woche 15: Gefechtsstände beziehen

2. Juli 2006

Schon am Montagmorgen mussten wir uns mit AGA-Themen herumschlagen. Am Nachmittag übten wird das Beziehen von Gefechtsständen. Im Ausgang mussten wir dann mitansehen, dass die Schweiz knapp gegen die Ukraine ausgeschieden ist.

Am Dienstag war ich den ganzen Tag auf der Wache eingeteilt. Von 6 Uhr bis am nächsten Morgen um 6 Uhr waren wir für die Überwachung des Waffenplatzes verantwortlich. Das heisst, einer sitzt immer im Wachtlokal und wartet auf Telefonanrufe oder Funksprüche. Zwei sind mit dem Velo oder zu Fuss am patroullieren. Weitere drei Soldaten haben jeweils Pause und beschäftigen sich mit Schlafen und Fernseheschauen. Jeder Posten wird jeweils eine Stunde ausgeübt, wodurch drei Stunden Arbeit und drei Stunden Pause entstehen. Der ganze Tag war sehr langweilig, da man nicht ständig schlafen kann.

Die Feuerleitstellen- und Kommandogruppe übte den ganzen Mittwoch das Beziehen von Gefechtsständen, was ziemlich anstrengend war. Dabei konnten wir mit unserem Schützenpanzer zum ersten Mal die Panzerpiste richtig testen. Man wird recht stark durchgeschüttelt und der Helm macht wirklich Sinn. Danach durften wir die Fahrzeuge nach abspritzen. Nach dem Nachtessen mussten wir noch zum Fitcheck antreten.

Am Donnerstag stellten wir unseren Schüpa nur knapp vor die Halle und betrieben wiedermal eine Feuerleitstelle ohne wirklich zu schiessen. Am Mittwoch und Donnerstag wurden wir die ganze Zeit von einem Stabsadjutant beobachtet. Am Abend gingen wir in einen Wald und bauten unsere Zelte für die Nachtübung auf. Wobei eine solche lockere Übung hatte ich noch nie. Wir konnten die ganze Nacht durchschlafen und mussten weder patroullieren noch einen Beobachtungsposten betreiben. Also fast ein Pfadilager.

Eine Batterie-Verschiebungsübung war am Freitag geplant. Wie sattelten unsere Schüpas und bezogen eine Stellung und bauten den Gefechtsstand auf. Dann hiess es warten: Funk-, MG- und Nachwache. Der Morgen war ruhig. Aber als es um 12 Uhr Essen gab, mussten wir natürlich schon um 12.30 Uhr parat sein zum Verschieben. Das nervt. Wir waren dann schliesslich bereit und mussten doch noch über eine Stunde warten bis wir eine Runde um den Waffenplatz drehen konnten, um dieselbe Stellung wieder zu beziehen. Aus meiner Sicht war die Übung nicht so gut organisiert. Oft wusste niemand, was genau läuft.