Woche 12: Inspektion / Übung Arcobaleno

Dank Pfingsten mussten wir erst am Montagabend einrücken. Am Dienstag übten wie abermals Gefechtstechniken, verschiedene Schiessen und C-Alarme. Nach dem Abendessen wurden wir auf die Inspektion vom Mittwoch vorbereitet. Selbstverständlich musste wiederum alles neu kontrolliert, beschriftet und gerichtet werden. Bei der letzten Inspektion durften wir aus Datenschutzgründen mehrere Gegenstände nicht mit der AHV-Nummer beschriften, diesmal schien das nicht mehr aktuell und die Nummer wurde überall darauf geknallt.

Die Vorbereitungen wurden am Mittwoch fortgesetzt. Um ca. 10 Uhr begann dann die Inspektion, welche eigentlich vom Schulkommandant durchgeführt werden sollte, doch dieser schickte einen Stellvertreter. Reaktionsübungen, Zugschule, verschiedene Kontrollen, Kompanielied, Unterkunft, Küche und Wagenpark wurden inspiziert. Die Kontrolleure konnten nicht wirklich etwas bemängeln. Damit sie dennoch kritisieren konnten, beanstandeten sie beim Kadi-Puch das Reifenprofil und ein weiterer Kader-Puch war nicht aufgeräumt. So erhielten wir schlussendlich ein sehr gut plus. Mit dem Resultat waren wir dann auch zufrieden. Nur das ewige im "Achtung stehen" und nicht bewegen ist äusserst anstrengend und ungesund!

Am Nachmittag bereiteten wir uns für die Übung Arcobaleno vor. Nach dem wir auch die SIM-Ausrüstung montiert hatten, gingen wir ganz unnötigerweise in den Wald von Oberstammheim um Gefechtsformationen zu üben. Anschliessend begann der infanteristische Teil der Übung: Wir wurden in einem Waldstück ausgesetzt und sollten ein von Markeueren bewachtes Fähnchen erobern. Es gab aber weder ein Fähnchen noch Markeure. Also gingen wir weiter zu unserem Biwakplatz. Auf diesem Weg wurden wir kurz angegriffen. Beim Biwakplatz stellten wir die Zelte auf, assen etwas kleines und organisierten die Nachtwache. Immernoch ausgerüstet mit SIM, erwarteten wir jeden Moment einen Angriff. Die ganze Nacht war aber ruhig. Gegen fünf Uhr am Morgen machten sich dann einige Angreifer bemerkbar, ich war jedoch am schlafen.

Mittlerweile ist Donnerstag und wir gegen die SIM-Gstältli wieder ab. Von den 60 Schuss Markiermunition habe ich keinen einzigen verschossen, was den Vorteil hat, dass ich die Flinte nicht vollständig putzen muss. Nun startet der Artillerie-Teil der Übung. Wir sattelten den SchüPa und kollonierten auf dem Kasernenareal auf. Alle Systeme auf den Fahrzeugen wurden gestartet und anschliessend inspiziert. Endlich ging es los. Wir fuhren zu einem Bauernhof ganz in der Nähe, parkierten den Panzer in einem Unterstand, stellten Fernantennen auf und tarnten ihn. Danach ging auch schon das simulierte Artilleriefeuer los. Da wir nur vier Feuerleitstellenvermesser sind und jeweils zwei für den Betrieb gebraucht werden, wurde diese Übung ziemlich anstrengend. Die ganze Nacht wurde durchgeschossen, dazwischen hatten wir natürlich auch noch Patrouille. Eine Stunde Schlaf musste also reichen. Bei uns waren ebenfalls die Betriebssoldaten und die Bürohocker eingeteilt. Die Schoggi-Bürosoldaten waren natürlich die ärmsten, sie hatten acht Stunden Wache und konnten nur vier Stunden schlafen! Da sage ich nur: "Gsänd Sie die Träne?!"

Es ist Freitag und wir sind immernoch am Schiessen. Das lang ersehnte Mittagessen trifft ein. Aber fast gleichzeitig kommt der Befehl: Sofort zusammenpacken und zur AMP-Halle fahren. Also wurde wieder nichts aus einem gemütlichen Essen. Nach der Übungsbesprechung am Nachmittag putzten wir die Fahrzeuge wieder auf Hochglanz. Danach wurden sie wiederum inspiziert. Endlich konnten wir in die Kaserne und gönnten uns eine Dusche. Am Abend konnten wir die ausgefallenen Ausgänge bei einem Grillplausch teilweise kompensieren.

Die Übung Arcobaleno war eigentlich sehr interessant, aber auch anstrengend, da wir nicht schlafen konnten. Während der ganzen Woche war die Organisation etwas chaotisch, so auch bei der Übung. Etwas mehr und vor allem frühere Informationen wären jeweils nicht schlecht. Unsere zukünftigen Feldweibel waren zu Beginn auch überfordert, aber auch diese werden in Bière von den Erfahrungen profitieren.

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3 Antworten to “Woche 12: Inspektion / Übung Arcobaleno”

  1. Eichi Says:

    Warte erstmal auf die VBA – da wird das ganze chaotisch mit Informationen. Momentan weiss ja wohl der Zeitmilitär-Lt noch über alles und jedes Bescheid und kann so seine Infos „vorgeben“ – in der VBA wird vorwiegend das Kader geschult, was heisst das die Befehle bekommen und innert Minuten den ganzen Zug bewegen müssen und keine „Vorwarnzeit haben“.. 😉

    Aber die Büro’ler waren wirklich arm..(ihr jedoch auch ;D) Fahrer ist und bleibt die beste Funktion im Militär..vorallem wenn beide Fahrer zwecks Fahrzeugauslastung jede Nacht 6 Stunden schlafen müssen..(Fhz fast 24h in Betrieb.. ;D)

  2. markus Says:

    Das Problem: Die Übung sollte von einem Lt geführt werden, der sowas noch nie gemacht hat. Und unsere Junior-Wachtmeister (in VBA Feldweibel) führten ihre Gruppen auch zum ersten Mal. So wird es also in der VBA immer werden? Da freue ich mich auch schon! 😉

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