Archive for Mai 2006

weiteres RS-Blog

28. Mai 2006

Durch einen Kommentar bin ich auf das Blog von David gestossen. Auch er hat die RS im März begonnen und ist mittlerweile in der Kaderschule in Bülach als Informatikpionier gelandet. Ich finde es interessant zu lesen, wie an anderen Schulen und Ausbildungsstandorten gearbeitet wird. Vieles ist ähnlich, doch es gibt auch einige gravierende Unterschiede.

http://blog.t-error.ch/

Woche 10: Nachtschiessen

25. Mai 2006

Da diese Woche etwas kürzer war als normal, hatte das Kader das Gefühl, sie müssten uns bereits am Montag total schlauchen. Nach einem lockeren Morgen mit Putzarbeiten und praktischem Unterricht am Panzer war der Nachmittag und Abend einiges stressiger. Auf dem Programm standen eine Drill-Piste mit dem Schutzanzug in BG 4, Gefechtsverschiebungen und verschiedene Schiessen in der KD-Box (3-30 m). Beim Schiessen gab es zwei Spezialitäten. Einmal mussten wir mit der Schutzmaske (BG 4) schiessen. Ich hatte den Zielblick überhaupt nicht und hatte dementsprechend auch wenige Treffer. Genau so schwierig war es beim Nachtschiessen zu treffen. Mittels Leuchtreaketen wurden die Scheiben beleuchtet. Das heisst, die Beleuchtung war hinter der Scheibe und der Schatten erschwerte das zielen erheblich. Alles in allem habe ich an diesem Tag 110 Schuss in den Erdwall verschoben.

Am Dienstag und Mittwoch ging es dann wieder ruhiger zu und her. An beiden Tagen wurden wir in den Theoriezimmern unterrichtet.

Woche 9: Tag der Angehörigen

21. Mai 2006

Während dieser zweiten Woche unserer Grundausbildung warteten wieder verschiedene Theorien auf uns. Den FARGO- und INTAFF-Computer beschäftigt uns nach wie vor. Es ist nicht ganz einfach den Überblick aller Menüs und Eingaben zu behalten. Obwohl wir ein sehr dickes Handbuch zum FARGO haben, sind natürlich die wichtigsten Vorgänge nicht dokumentiert. Dazu kommt, dass diese Systeme natürlich auch versagen können und wir die ganzen Abläufe auch von Hand mit Karte und Sitometer rechnen müssen können. Deshalb sind wir auch mit Jalon und Messband auf dem Feld unterwegs und lernen die verschiedenen Techniken.

Unsere vierköpfige Feuerleitstell-Gruppe hat die Techniken mehr oder weniger gut im Griff. Natürlich gibt es immer welche, die den Kartenwinkelmesser verkehrt montieren oder zum Addieren zweier einfachen Zahlen das Natel benötigen. Mit den Gruppenführern, welche direkt aus der Kaderschule kommen, sind wir bis jetzt zufrieden. Auch bei den Liegestützen sind wir vorne mit dabei, denn wir können es kaum erwarten, bis wir das Béret wieder auf den Boden werfen dürfen… Und noch einen Tipp am Rande: Wer sich bei seiner militärischen Funktion nicht gross anstrengen will, sollte sich bei den Wettersoldaten einteilen lassen.

Diese Woche bot aber auch zwei Specials. Am Montag kam ein Fotograf aus Genf, der mit uns ein Shooting machte. Er fotografiert für eine Ausstellung echte und gespielte Kriegssituationen. Unsere Aufgabe war es in einem blühenden Feld schauspielerisch zu sterben (dies ist eigentlich nicht unsere Aufgabe) und in einer Karawane erschöpft vom Krieg zu ziehen.

Der Tag der Angehörigen fand am Freitag statt. Familienangehörige, Freunde und Bekannte pilgerten noch Oberstammheim um uns bei der Arbeit zu zusehen. Neben der Zugschule zeigten die Teams eine Feuerleitstelle, eine Wetterstation und die Einrichtungen der Beobachtungsvermesser. Ebenfalls konnte die Unterkunft besichtigt werden. In einer Theorie wurde den Besuchern auch die Armee XXI vorgestellt, was einige Unklarheiten hervorrief. Anschliessend konnten wir schon um 17.00 Uhr nach Hause gehen.

[Es ist nicht verboten einen Kommentar zu hinterlassen.]

Woche 8: Schützenpanzer fassen

14. Mai 2006

Wie bereits geschrieben, ist die allgemeine Grundausbildung zu Ende. In den nächsten sechs Wochen beschäftigen wir uns mit der Funktionsgrundausbildung (FGA). Ab sofort absolviert nicht mehr die ganze Kompanie das gleiche Programm, jeder Rekrut wird in seinem Fachgebiet ausgebildet. Ich bin als Feuerleitstellenvermesser eingeteilt worden und berichte deshalb auch nur aus diesem Bereich. Sehr erfreut darüber bin ich nicht, denn immer im Panzer zu sitzen, war nicht mein Ziel. Das einzig Positive ist, dass es nur vier Rekruten der ganzen Schule (ca. 450) diese Funktion ausüben.

Nun aber zur vergangenen Woche. Am Montag mussten wir erst um 18.00 Uhr einrücken. Danach gab es aber kein gemütliches Beisammensein. Zuerst wurden uns die Geräte der Wettersoldaten, der Beobachtungs- und der Feuerleitstellenvermesser vorgestellt. Anschliessend nahmen wir die 15 km von Frauenfeld nach Oberstammheim zu Fuss in Angriff. Unsere Gruppe absolvierte den Patton (Lauf mit Gewehr im Rucksack und Turnschuhen) mit Bestzeit in einer Stunde und 35 Minuten.

Am Dienstag fassten wir dann unseren Schützenpanzer mit Jahrgang 1963 (modernisiert 1993). (Von Panzer kann aber nicht wirklich gesprochen werden. Sogar mit dem Sturmgewehr 90 kann die Aussenhülle durchschossen werden.) Das gesamte Material haben wir ausgebaut und kontrolliert.

Den Mittwoch verbrachten wir mit einem AGA-Tag. Das heisst Wachtdienst, ABC-Schutz, Drillpiste und Sturmgewehr. Den Rest der Woche beschäftigte sich unsere Gruppe mit Theorien und Vermessungsübungen im Gelände. Ausgebildet wurden wir am FARGO, einem "Computer" aus dem Jahr 1983. Dieses Gerät ist für die gestellten Aufgaben zweifellos geeignet, doch die Menüführung und die Anzeige meines Taschenrechners sind intelligenter. Den ganzen Tag wie in der Schule zu verbringen ist mühsam, aber wenigstens nicht so anstrengend.

Gradstrukturen

13. Mai 2006

Wer sich schon die Frage gestellt hat, was die Striche und Sterne auf den Schultern der höheren Militärmenschen bedeutet, kann sich die Antwort auf der Webseite des VBS holen.

http://www.heer.vbs.admin.ch/…

Fazit Grundausbildung

8. Mai 2006

In den ersten sieben Wochen haben wir viel Neues gelernt. Am Anfang fand ich es noch interessant, aber nach der zehnten Wiederholung fragt man sich dann schon, ob es überhaupt notwendig ist. Viele schalten auch den Kopf auf Sparflamme, weil sie denken das Militär sei nicht so wichtig und machen dadurch immer dieselben Fehler. Deshalb kann ich schon verstehen, dass man gewisse Übungen 100 Mal wiederholen muss, dass sie im Schlaf sitzen. Trotzdem steht die Frage im Raum, ob es sinnvoll ist den ABC-Schutzanzug immer wieder anzuziehen. Im entscheidenden Moment haben wir wahrscheinlich gar kein Exemplar dabei …

Am meisten zugesetzt hat mir der ewige Stress und der minimale Schlaf. Wir sind am Morgen aufgestanden und hatten Stress bis wir in der Nacht wieder im Schlafsack lagen. Nur beim Mittagessen gab es eine Verschnaufpause. Im Vergleich mit anderen Kompanien der Schule wurde der Massstab bei der Kompanie 2 von Anfang an hoch gesteckt. Pausen hatten wir während dem Tag fast keine und auch auf das Auftreten wurde grosser Wert gelegt. "Kompanie 2 ist die Beste, anderes gibt es nicht."

Mittlerweile bin ich froh, dass unsere Kompanie in Oberstammheim einquartiert ist. Es ist sicherlich nicht so komfortabel wie in der Kaserne Auenfeld, dafür ist die Aussicht besser. Immer den blauen Betonplatz und die grauen Gebäude in Frauenfeld anzusehen ist wirklich nichts spezielles. Auch gibt es nicht so viele Vorgesetzte die man grüssen muss (dies passt natürlich auch unserem Kader). Ein Negativpunkt sind die täglichen Fahrten mit dem Lastwagen nach Frauenfeld. Je nach Gepäck und Anzahl Passagiere (und Fahrer) ist es sehr unangenehm.

Über das Ganze gesehen sind die Vorgesetzten eigentlich in Ordnung. Es gibt immer wieder Momente, wo einige Leute demonstrieren müssen, was sie alles dürfen und können. Manchmal hat man das Gefühl sie müssen die Zeit überbrücken. Dann kann alles noch so perfekt sein, sie finden immer einen Punkt den man verbessern muss. Solche Taten nerven gewaltig und schlagen auch sofort auf die Stimmung.

Die Kameradschaft in der Kompanie ist ausgezeichnet. Schade, dass nun fast die Hälfte in die Anwerterschule oder in andere Kompanien wechseln musste. Auch noch zu erwähnen ist die Küche. Das Essen ist immer sehr gut und in ausreichender Menge vorhanden.

Woche 7: Art-Games

7. Mai 2006

Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche waren die Art-Games auf dem Programm.

Zum Abschluss der allgemeinen Grundausbildung der Rekruten durften diese an den Art Games zeigen, was sie in den letzten sieben Wochen gelernt hatten. Bei sonnigem und angenehm warmem Frühlingswetter wurden die folgenden Disziplinen ausgetragen: Wettschiessen über 300 Meter, Militärische Sportauszeichnung, theoretischer Test über militärisches Wissen, Schiesstest über 30 Meter und praktischer Test im Sanitätsdienst und ABC Schutzdienst. (Quelle)

Ich persönlich habe beim Schiessen gut getroffen und bekomme das Schiess-Ribonn. Über alles gesehen war die Kompanie 2 aber eine der Besten.

Ebenfalls diese Woche schossen wir das Feldschiessen. Mit 56 Punkten war ich nicht ganz so erfolgreich. Alle Interessenten können am Wochenende vom 19.-21. Mai am grössten Schützenfest teilnehmen. In vielen Gemeinden kann kostenlos geschossen werden. Weitere Infos unter: http://www.fst-ssv.ch/….

Neu lernten wir diese Wochen den Einsatz des Sturmgewehres beim Wachtdienst und mittels einer Lernsoftware das Kartenlesen.

Am Freitag Nachmittag wäre eigentlich eine Fussball-, Unihockey- und Badmintonturnier geplant gewesen. Da aber alle Anwärter und diejenigen, welche in andere Kompanien wechseln nicht mehr da waren, spielten wir mit 14 Mann Fussball.

Ende Woche sieben wird die allgemeine Grundausbildung beendet. Das bedeutet, dass alle Anwärter (machen (un)freiwillig weiter) die Kompanie verlassen. Zudem gehen alle italienisch sprechenden Kameraden in die verschiedenen Kompanien. Ab nächster Woche werden wir in der Kompanie 2 noch 28 Mann bestand haben!