Archive for April 2006

Woche 6: Biwak

30. April 2006

Diese Woche waren wieder die üblichen ZAPs (Zugsarbeitsplätze) angesagt: Sturmgewehr, ABC-Schutz, Gefechtsformationen und Wachtdienst.

Am Dienstag Abend bauten wir unser Biwak im Wald auf, kochten auf dem Notkocher einen Jonny (Chili con Carne aus der Büchse) und durften dann zum ersten Mal draussen schlafen. Natürlich muss immer eine Gruppe Wache schieben, was dann die Schalfzeit wieder verkürzt. Obwohl es während der Wachtschicht meiner Gruppe regnete, hat mir die Nacht im Wald gefallen. Wenn das Wetter noch etwas besser wäre und der Boden trocken, kann man dies ohne weiteres wieder machen.

Die zweite Inspektion stand am Donnerstag auf dem Programm. Überprüft wurde das Anziehen der Schutzmaske, das Manipulieren mit dem Sturmgewehr, die Zugsschule und weitere Details. Diesmal war das Ergebniss besser als beim letzten Mal, da Dank der Vorbereitungszeit auch alle die Gamelle geputzt hatten.

Eine sehr unbequeme Reise nahmen wir am Freitag morgen auf uns. Im Lastwagen durften wir zwei Mal einenhalb Stunden zur CPR-Prüfung (CPR = Herz-Lungen-Wiederbelebung) und zurück fahren. Ich bin mir wie ein Tier vorgekommen. Die Prüfung bestanden die meisten ohne Probleme und die Dummys überlebten unsere Übungen.

Die Woche schlossen mir mit einem Orientierungslauf rund um den Stammerberg ab. Am Abend gab es zusätzlich eine Materialkontrolle. Diese war aus meiner Sicht aber unnötig, da am Tag zuvor die Inspektion stattfand und alles Material komplett war. Kontrollen wie diejenigen des Kampfrucksacks oder der ABC-Ausrüstung sind auch nicht nötig, da es ohnehin auffällt wenn diese Teile fehlen.

Woche 5: MG schiessen

23. April 2006

Nachdem wir nun mehrere Wochen Maschinengewehre zusammensetzen und ausseinandernehmen durften, konnten wir nun endlich ganze 8 Schüsse abgeben. Interessanter als das Schiessen mit dem Sturmgewehr ist es nicht, da das Zielen nicht sehr präzise ist, aber die Munition muss weg. Ausserdem haben wir uns diese Woche mit verschiedenen Situation aus dem Bereich Wache beschäftigt. Wir lernten Personenkontrollen durchführen und sogar die Festnahme von Unruhestiftern wurde geübt.

Die angekündigte Nachtübung wurde entschärft. Draussen schlafen wurde auf nächste Woche verschoben. Dennoch waren wir mit den Restlichtverstärkern unterwegs und haben Verschiebungen in der Nacht geübt. Durch solche Nachtsichtgeräte können Personen auch bei voller Dunkelheit gesichtet werden, Taschenlampen oder Zigarettenglut blendet den Gegner richtiggehend. Die in der Gamelle gekochten Teigwaren waren ausgezeichnet.

Auch Blut spendeten wir diese Woche. Das heisst nach der Berücksichtigung aller Risiken blieb noch etwa ein Drittel des Zuges, der spenden durfte. Die anderen machten einen Marsch im Schutzanzug. Obwohl wir eine spezielle Theorie für diesen Anlass hatten, erfuhren wir erst auf dem Spendertisch, dass man vor und nach dem Spenden viel trinken sollte. Alle überstanden es aber schadlos.

Am Freitag gab es ein kleines Highlight: Wir konnten mit den SIM-Gstältli Gefechtsformationen üben. Das heisst der halbe Zug wurde vom Zugführer angegriffen und musste sich in einer bestimmten Formation verteidigen. Die eingesetzte Markiermunition verursachte aber verschiedenste Störungen, was die Freude etwas trübt. Ausserdem wird das Gewehr stark verdreckt, was sich auf das anschliessende Putzen auswirkt.

Auch diesen Freitag hatten wir einen Marsch. Die 14 km absolvierten wir diesmal in zwei Stunden und 40 Minuten. Wieso wir im Vergleich zum letzten Marsch so lange hatten, weiss ich nicht. Auch dieses Mal waren wir wieder mit einem flotten Tempo unterwegs, vielleicht war die Pause länger.

Woche 4: Biwakvorbereitung

17. April 2006

Nach einem anstrengenden Tag mussten wir am Montag Abend ein so genanntes Dispositiv errichten: Das heisst Zelte aufbauen, ein WC bauen und Grabenfeuer herrichten. Da das Wetter natürlich wieder nicht mitspielte und es den ganzen Tag regnete und schneite habe ich mir auch prompt eine Erkältung geholt. Aber nun zurück zum Biwak. Abwechslungsweise wurde das ganze Schauspiel bewacht, diejenigen, welche Pause hatten, durften über einen Grabenfeuer Ravioli kochen. Das Kochen und Essen war kein Problem. Aber die Gamellen wurden anschliessend fast nicht mehr sauber. Kurz vor Mitternacht konnten wir das ganze Gelände wieder räumen, denn draussen schlafen tun wir erst nächste Woche.

Sonst gibt es über diese Woche nichts spezielles zu berichten. Einmal durften wir noch Simulations-Gstältli (Werden zum Simulieren von Kämpfen verwendet.) anziehen. Wir justierten sie dann kurz und zogen sie wieder aus!

Am Mittwoch war ich als Dienstgruppe eingeteilt. Das bedeutet am Morgen beim Morgenessen helfen, am Mittag und Abend beim Abwaschen helfen und dazwischen die Kaserne putzen. Die tönt nun nach einem lockeren Tag, aber dem ist nicht so. Klar ist es nicht so anstrengend wie wenn man auf dem Felde umherrennt. Aber auch in der Kaserne muss man allzeit bereit sein, denn der Hauptfeldweibel schreit immer wieder nach einem und findet eine interessante Spezialaufgabe.

Woche 3: Inspektion

9. April 2006

Ein zentraler Tag dieser Woche war der Donnerstag an dem die erste Inspektion durch den Kompaniekommandanten statt fand. Was genau eine Inspektion ist, wussten wir nicht, da die Informationen nur spärlich waren. Jedenfalls wurden verschiedene Sachen überprüft: Unter anderem musste die Schutzmaske in 10 Sekunden angezogen werden, die Grade der Kader wurden abgefragt, die Gamellen und Sackmesser wurden auf Sauberkeit kontrolliert. Ausserdem sollten wir unser Zugslied auswendig vortragen, was nicht klappte. Auch hatten einige das Gefühl, sie müssten die Gamelle nicht putzen, was natürlich beim Kommandanten nicht gut ankam.

Den ABC-Schutzanzug und die Schutzmaske durften wir auch wieder verschiedentlich anziehen. Neben verschiedenen Theorien gab es auch einen praktischen Versuch. Mit Tränengas wurde die Dichtigkeit der Masken und Kleider getestet. Die Anzüge waren sehr dicht. Aber nach dem Ausziehen des Anzuges erwischte uns doch noch eine Wolke …

Zum ersten Mal war eine Nachtübung auf dem Programm, aus meiner Sicht jedoch nur Leerlauf. Die Gesichter und alle Metallteile der Ausrüstung wurden getarnt, dann ging es in die nahe gelegene Kiesgrube. Mit dem Notkocher durften wir eine Büchse Chilli zubereiten, dazu gab es eine Suppe und Brot. Das Menü schmeckte mir nicht schlecht. Die meisten hatten jedoch das Gefühl, man könne es nicht essen, wahrscheinlich ist alles aus der Büchse prinzipiell schlecht. Nach dem Essen testen wir während einer Viertelstunde einen Restlichtverstärker, interessant was damit bei Nacht alles zu sehen ist. Das war es dann schon.

 Nachtrag: Natürlich haben wir am Freitag Abend den 10 km Marsch absolviert. 150 Minuten wären uns zur Verfügung gestanden. Unser Zugfüher gab jedoch wieder ein hohes Tempo an uns so absolvierten wir die Strecke in 110 min.

Woche 2: Sturmgewehrausbildung

2. April 2006

Diese Woche arbeiteten wir viel mit dem Sturmgewehr. Laden / Entladen, verschiedene Störungen und die unterschiedlichen Positionen wurden geübt. Einmal gingen wir in einen 300 m Stand, einmal schoss ich in der Kurzdistanzbox (KD-Box) 30 m weit. Weil der Zeitplan aber immer viel zu eng gestaltet ist, reichte es nur für drei Schüsse. Das zweite mal war ich auf Wache. Ebenfalls lernten wir diese Woche das Maschinengewehr kennen.

Am Donnerstag war ein relativ lockerer Tag: Den ganzen Morgen verbrachten wir bei der Sanitätsausbildung. Am Nachmittag machten wir die ersten Versuche mit dem Funkgerät SE-235.

Wie schon erwähnt war ich am Freitag von 6.30 bis 22.00 Uhr mit einem Kameraden als Wache eingeteilt. Einer sitzt jeweils neben der Türe und macht die Zutrittskontrolle. Der Andere hat Pikett. Weil aber Freitag war, konnte dieser nicht Pause machen, nein, die ganze Kaserne musste geputzt werden.

Fotos vom Einrücken und der Standartenübergabe gibt es auf der Webseite der Schule.