Woche 1: Standartenübergabe

Nach dem wir am Montag in Frauenfeld eingerückt waren, wurden wir sofort in Kompanien und Züge eingeteilt. Ich bin in der Kompanie 2 (Vermesser, Wettersoldaten, Schiesskommandofahrer) im Zug 2. Der Zug 1 ist französisch und italienisch sprechend, weshalb die Theorien oft dreisprachig sind. Als einzige Kompanie sind wir ausserhalb Frauenfeld, in Oberstammheim einquartiert. Der Komfort ist schlechter, jedoch meinen die Vorgesetzten es sei angenehmer nicht der grossen Masse anzugehören. Die gesamte Kompanie von ungefähr 55 Mann schläft im gleichen Saal, dies ist etwas mühsam. Auch eine Frau ist im Zug 1 eingeteilt, diese hat ein Einzelzimmer.

Schon bald fassten wir an vier verschiedenen Orten unser Material. Selbstverständlich wurde dieses jedes Mal schön ausgelegt und beschriftet. Da wir nicht in Frauenfeld wohnen, werden wir immer in dem Lastwagen verladen und in die Stadt verschoben.

Seit wir das Sturmgewehr 90 gefasst haben, wurden wir mehrmals daran ausgebildet. Am Montag gehen wird dann zum ersten mal in einen 300 m Schiessstand. Ansonsten übten wir das Grüssen und Marschieren, ebenfalls hatten wir verschiedenen Theorien.

Am Freitag Nachmittag stand dann ein Höhepunkt der RS bevor. Die Standartenübergabe fand nahe einem Rebberg in Oberstammheim statt. Dafür wurden extra zwei Panzer aufgestellt, die Dorfmusik spielte und Prominente aus Militär und Politik waren auf dem Platz. Diese Übung war aber für die Rekruten sehr anstrengend. Eine Stunde lang in voller Montur stramm stehen und nicht bewegen! Der stellvertretende Schulkommandant und der Gemeindepräsident von Oberstammheim hielten eine sehr lange Rede. Der Gemeindepräsident erzählte von seinem schönen Dorf und lud uns eine in der Gemeinde zu wohnen. Nach den Reden defilierten wir auf der Hauptstrasse an den höheren Militärs und der Bevölkerung vorbei.

Anschliessend, vor dem verspäteten Abendessen, stand ein 7 km Marsch auf dem Programm. Die 7 km absolvierten wir in einer Stunde und fünf Minuten, eingerechnet einer Pausen von 3-4 Minuten. Das Tempo war also sehr hoch und ich mit meinen kurzen Beinen musste immer wieder nachjoggen.

Die erste Woche ist relativ schnell vorbei gegangen. Die ersten zweit Tage hatte ich Mühe mit dem Schlafen, anschliessend war ich wahrscheinlich so Müde, dass ich gut Schlafen konnte. Am meisten stört mich, dass man für nichts Zeit hat. Die Zeiten sind immer sehr knapp bemessen, dies wird sich aber wahrscheinlich noch ändern. Auch die präsentierten Pflegetipps der Krankenabteilung können so nicht beachtet werden. Ausserdem ist das ewige stehen für die Füsse nicht angenehm und die volle Montur viel zu schwer, die Füsse und die Schultern schmerzen, auch einige Blasen haben sich gebildet.

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Eine Antwort to “Woche 1: Standartenübergabe”

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